Henrich - Funke - Pschorr -Stiftungspreis


Die Wurzeln der Henrich-Funke-Pschorr-Stiftung gehen auf das Jahr 1901 zurück. In diesem Jahr gründete der Kommerzienrat Carl Henrich eine Stiftung, die sich seit dem mit der Unterstützung hilfsbedürftiger Betriebsangehöriger befasst hat.

Der ursprüngliche Stiftungszweck wurde zwischenzeitlich geändert mit dem jetzigen Ziel, die deutsche Brauwissenschaft zu fördern. Vor dem Hintergrund, überragende Arbeiten aus dem Bereich der Brauwirtschaft auszuzeichnen, wurde nun die Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft mit der Ausschreibung des Stiftungspreises beauftragt, der im Jahr 2011 zum vierten Mal vergeben werden soll:


Die Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e. V. lädt daher

junge Wissenschaftler/innen ein,

sich an der nachfolgenden Ausschreibung zu beteiligen!

 

1. Zur Einreichung berechtigt sind junge Wissenschaftler/innen aus dem deutschsprachigen Raum, die ein für die Brauwirtschaft relevantes Forschungsvorhaben bearbeiten oder bearbeitet haben, wobei der Abschluss des Forschungsvorhabens nicht länger als zwei Jahre zurückliegen sollte.

2. Ausgewählt werden Forschungsarbeiten, die für die deutsche Brauwissenschaft einen größtmöglichen Praxisnutzen erkennen lassen.

3. Die nächste Einreichfrist für den Stiftungspreis 2011 endet am


Montag, dem 31. Januar 2011

Die Arbeiten können eingereicht werden bei :

Frau Dr. Erika Hinzmann
Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e. V.
Neustädtische Kirchstraße 7A
10117 Berlin

oder per E-Mail an: hinzmann@brauer-bund.de.

4. Der Forschungspreis soll dem/der Preisträger/in die Teilnahme an wissenschaftlichen Kongressen ermöglichen.

Die Bewerbungen sind in elektronischer Form bei der Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e. V., Dr. Erika Hinzmann, hinzmann@brauer-bund.de, einzureichen. Der Beschreibung der Forschungsarbeit (max. 3 Seiten) soll ein kurzes curriculum vitae des/der Wissenschaftlers/in vorangestellt werden. Eine Vorauswahl trifft der Beirat der Wissenschaftsförderung, der im März bzw. April über die eingereichten Bewerbungen beraten wird.

Die feierliche Preisverleihung wird im Rahmen des Deutschen Brauertages im Juni 2011 stattfinden.


Preisträger

2009

NueterUrkunde Schneid Nuetter.HFP_2009_Zypries.Urkunde Hertel.HFP_2009_Burgard.

Im Rahmen der Festveranstaltung des Deutschen Brauertages am 18. Juni 2009 in Darmstadt überreichten die Bundesministerin für Justiz Frau Brigitte Zypries und der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes Wolfgang Burgard den in diesem Jahr bereits zu dritten Mal verliehenen Forschungspreis der Deutschen Brauwirtschaft. Aus zahlreichen Bewerbungen wurden zwei Forschungsarbeiten durch den Beirat der Wissenschafts­förderung der Deutschen Brauwirtschaft ausgewählt. Der 1 Preis geht zu gleichen Teilen an die Herren Ralph Schneid und Christopher Nüter, die für ihre gemeinsame Arbeit „Verfahrenstechnische Beeinflussungen des Maischprozesses und deren Auswirkungen“mit insgesamt 3.000 Euro ausgezeichnet werden, mit dem 2. Preis, der mit 2.000 Euro dotiert ist, wird Dr. Marcus Hertel für seine Untersuchungen „Das Ausdampfverhalten von Aromastoffen während der Würzekochung“ ausgezeichnet.

Einen eher ungewöhnlichen Weg nahm das mit dem 1. Preis ausgezeichnete Forschungsvorhaben „Verfahrenstechnische Beeinflussungen des Maischprozesses und deren Auswirkungen“, das gemeinsam von Ralph Schneid und Christopher Nüter an der TU-Berlin durchgeführt wurde. Die Idee für das neuartige Maischsystem „Shakesbeer“ kam Ralph Schneid aus der Baubranche, wo zum Verdichten von Beton Vibrationserzeuger eingesetzt werden. „Derartige Virbrationseinrichtungen könnten doch auch im Bereich des Maischprozesses in der Brauerei von Nutzen sein“, war der Gedanke, der dann auch in die Praxis umgesetzt wurde. Um die Idee und den Nutzen auch mit wissenschaftlichen Untersuchungen belegen und untermauern zu können, kam das Projekt aus der Praxis an die Universität, genau an die TU-Berlin, Fachgebiet für Brauwesen, wo Christoph Nüter im Rahmen seiner Diplomarbeit gemeinsam mit Ralph Schneid das Maischsystem „Shakesbeer“ im Labormaßstab und im Industriemaßstab wissenschaftlich untersuchten. Der Einbau der Vibrationseinheiten „Shakesbeer“ in den Maischprozess führt abhängig von den Bedingungen in den Betrieben zu verschieden ausgeprägten Verbesserungen in den Bereichen Extraktausbeute, Filtratvolumen und Maischedauer. Weltweit hat das Maischsystem Shakesbeer bereits Eingang in 21 Brauereien gefunden.
Ein hervorragendes Beispiel für ein erfolgreiches  Zusammenspiel von Industrie und Forschung zum Nutzen der gesamten Branche befand der Beirat der Wissenschaftsförderung. Die Forschungsarbeiten wurden von der Firma Krones AG im Rahmen der Entwicklung des „Maischesystems Shakesbeer“ finanziell unterstützt.

Als klassisches Forschungsvorhaben ist das mit dem 2. Preis ausgezeichnete Vorhaben „Das Ausdampfverhalten von Aromastoffen während der Würzekochung“ von Dr. Marcus Hertel anzusehen, dass im Rahmen einer Promotionsarbeit am Lehrstuhl für Maschinen und Apparatekunde der TU-München durchgeführt wurde. Die Würzebereitung stellt einerseits einen sehr energieaufwendigen Prozessschritt bei der Bierherstellung dar, den es aus Kosten- und Umweltgründen zu optimieren gilt, andererseits werden bei diesem Prozessschritt die Weichen für den Geschmack und die Stabilität der fertigen Biere gestellt. Die Kenntnisse über die Vorgänge beim Würzekochen, insbesondere das Ausdampfverhalten von Würzearomastoffen, waren aber nur gering, um gezielt eingreifen zu können. Im Rahmen seiner Arbeiten hat Marcus Hertel die Phasengleichgewichte wichtiger Aromastoffe vermessen und damit die Grundlagen für ein Verständnis des Ausdampfverhaltens gelegt. Die Forschungsergebnisse haben bereits Zugang in den Bereich des Anlagenbaus gefunden, wo sie die Grundlage für die Entwicklung effizienterer Würzekochsystem bilden, und führten bereits in verschiedenen Brauerein dazu, die Verdampfung im Würzekochprozess an die benötigten Werte anzupassen.
Diese Forschungsarbeit sieht der Beirat der Wissenschaftsförderung als ein hervorragendes Beispiel für den praktischen Nutzen einer eher grundlagenbasierten Forschung an. Die am Lehrstuhl für Maschinen- und Apparatekunde (jetzt Lehrstuhl für Verfahrenstechnik disperser Systeme) der TU München unter Herrn Prof. Sommer durchgeführte Arbeit wurde von der „Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e.V.“ unter der Nummer R389 sowie von der „Max-Buchner-Forschungsstiftung der DECHEMA“ unter der Nummer 2473 gefördert.


2007

Im Rahmen der Festveranstaltung des Deutschen Brauertages am 14. Juni 2007 in Augsburg überreichten der Bayerischen Staatsminister Dr. Thomas Goppel und der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes Dr. Richard Weber den Forschungspreis der Deutschen Brauwirtschaft an zwei junge Nachwuchswissenschaftler aus Berlin und München.

In diesem Jahr ist die Wahl besonders schwer gefallen, zahlreiche hervorragende Bewerbungen sind eingegangen. Nach intensiver Beratung hat der Beirat der Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft entschieden, 2 erste Preise zu verleihen:

Für seine innovative und zukunftsweisende Arbeit zum Thema "Entwicklung von neuartigen Getränken auf der Basis von Bierwürze durch Mischfermentation" erhielt Herr Dipl.-Ing. Johannes Bader Doktorand am Fachgebiet Mikrobiologie und Genetik der TU-Berlin die Auszeichnung. Im Fokus dieser Forschungsarbeit stand die Entwicklung innovativer Getränke, die neben verschiedenen Mikroorganismen ernährungsphysiologisch hochwertige Bestandteile enthalten, einen niedrigen Alkoholgehalt aufweisen und dem neuen Geschmackstrend entsprechen. "Für Brauereien stellt die Herstellung solcher Getränke auf der Basis von Würze neue Einsatzmöglichkeiten und zusätzliche Vermarktungschancen dar und erhält in der Brauwirtschaft eine zunehmende wirtschaftliche Bedeutung." erläuterte Dr. Richard Weber während der Preisverleihung. Dieses Forschungsvorhaben wurde durch die Arbeitsgemeinschaft der industriellen Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF) mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert(AiF-Nr.: 13621) und zeigt hervorragend den Nutzen und Erfolg dieses öffentlichen Förderinstrumentes.

Gleichrangig wurde Herr Dr. Mark Schneeberger, für seine am Lehrstuhl für Technologie der Brauerei I an der TU-München angefertigten systematischen und praxisrelevanten Untersuchungen zum Thema: "Verwertung von Prozessbieren in der Brauerei" ausgezeichnet. Im Rahmen dieser Arbeit wurden technische und technologische Aspekte der Prozessbierverwertung untersucht und diskutiert, wobei nahezu der gesamte Produktionsprozess in der Brauerei durchleuchtet wurde. Ziel der Arbeit war, eine Prozessoptimierung zur Ausbeutesteigerung der eingesetzten Rohstoffe und Verminderung von Reststoffen, bei gleichzeitiger Einhaltung höchster Qualitätsansprüche an das erzeugte Bier. Dr. Weber hob in seiner Laudatio besonders die Praxisrelevanz dieser Arbeiten hervor: "Einige Erkenntnisse dieser Arbeit werden bereits heute sehr erfolgreich in der Praxis angewandt". Diese Forschungsarbeit wurde aus Eigenmitteln der Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft finanziell unterstützt.


2005

Aus zahlreichen Bewerbungen wurden durch den Beirat der Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft die Preisträger 2005 ausgewählt.

Der Preis ging zu gleichen Teilen an Dr.- Ing. Tobias Voigt (rechts) und Dipl.- Ing. Axel Kather (links) für ihre Arbeiten zum Thema "Weihenstephaner Standards für die Betriebsdatenerfassung bei Getränkeabfüllanlagen" durchgeführt am Lehrstuhl für Lebensmittelverpackungstechnik von Herrn Prof. Horst-Christian Langowski an der Technischen Universität München. Die Weihenstephaner Standards sind aus zwei durch die Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e.V. geförderten Forschungsprojekten entstanden. Die hierbei entwickelte Standardschnittstelle eröffnet großes Einsparungspotential und ist von hohem Praxisnutzen für Brauereien.


 

16.07.2009