Geschichte

Am 31. Januar 1957 wurde von der Gründungsversammlung in Stuttgart, bestehend aus den Landesverbänden des Deutschen Brauer-Bundes e.V. unter Leitung der Präsidenten, Hans Pfülf und Dr. Rudolf Lüdtke, die „Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Deutschen Brauwissenschaft e.V. (Wifö)“ gegründet. Als Ziele dieser neuen solidarischen Forschungsgemeinschaft wurden die Wiederbelebung der Forschungstätigkeit auf dem Gebiet des Brauwesens und die Wiederherstellung des Rufes der deutschen Brauwissenschaft nach dem Kriege, sowie die praxisorientierte Forschung zum Nutzen der deutschen Brauindustrie definiert.

Als Entscheidungsgremium der neuen Gesellschaft wurde ein Beirat etabliert. In diesem saßen namhafte Vertreter in führenden Positionen der Brauindustrie. Erster Vorsitzender wird der Generaldirektor Alfred Hövelhaus aus Bochum, der bis 1972 die Geschicke der Wifö leitete.

 

Beiratsvorsitzende

 

1957 –  1971

Gen. Dir. Alfred Hövelhaus, Bochum

1971 –  1982

Senator Toni Wiedenhöfer, Kulmbach

1982 –  1992

Senator Dr. Walter Prestel, Schwelm

1992 –  1994

Siegfried Schädl, Nürnberg

1995 –  2000

Dr. Christian Zürcher, Frankfurt M

2000 –  2006

Dr. Horst-Gewert Bellmer, Bremen

2006 –  2017

Dr. Jörg Lehmann, Kulmbach

2017 – heute

Dr. Stefan Kreisz, Erding

Der Beirat entscheidet bis heute über die Vergabe der bereitgestellten Forschungsmittel an die antragstellenden Institute, bewertetet anhand der Abschlußberichte die Ergebnisse und stellt – da er unverändert mit Fachleuten aus der Brauindustrie besetzt ist – die notwendige Verbindung zur Praxis und ihren Bedürfnissen dar.

 

Die ersten Forschungsvorhaben die gefördert wurden:

  1. Prof. Schild/Prof. Kolbach: Analysenarbeiten im Rahmen der EBC
  2. Prof. Richter, Braunschweig: Fütterungsversuche mit Biertrebern.
  3. Braugerstengemeinschaft, München: Braugerstenforschung
  4. Deutsche Gesellschaft für Hopfenforschung: Bekämpfung der Virus- und Welkekrankheit
  5. VLB Berlin: Errichtung einer Versuchsbrauerei mit Kleinmälzungsanlage.
  6. Versuchsanstalt für Bierbrauerei in Nürnberg: Eine Kleinmälzungsanlage.

1976 wird dem Beirat ein sogenanntes Vierer-Gremium unter Leitung des Vorsitzenden der Wifö vorgeschaltet, welches die Anträge einer Vorprüfung unterzieht, Vorschläge zur Vergabe durch den Beirat erarbeitet oder Ausschreibungen zu bestimmten, praxisrelevanten Themenkreisen veranlasst.

In die Amtszeit des 3. Vorsitzenden Dr. Walter Prestel fallen wesentliche, den Erfolg der Wifö positiv beeinflussende Veränderungen: 1986 werden als Konsequenz aus den Empfehlungen des Arbeitskreises „Forschung“ des DBB die Mitgliedsbeiträge erhöht, Basis-Forschungsvorhaben über einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren ermöglicht, für eine grundlegendere, ausführlicher Bearbeitung wesentlicher Themen und die Bildung forschungsbegleitender Gremien mit Vertretern aus den Brauereien vorgesehen, die für die gewünschte Praxisnähe und Erfolgskrontrolle Sorge tragen. In diese Phase fällt auch der Beitritt der Wissenschaftsförderung zur Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF), der seit 1983 betrieben, im Jahr 1986 schließlich erfolgt, wodurch ein weiteres Standbein zur Finanzierung von Forschungsvorhaben erschlossen wird. Im Februar 1999 wird die Wissenschaftsförderung zudem Mitglied im Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI).

In der inzwischen 60-jährigen Geschichte wurde die Wifö 2 Mal umbenannt: 1980 in „Wissenschaftsförderung des Deutschen Brauer-Bundes e.V.“, um hierdurch die Nähe zum DBB zu unterstreichen und 1989 in die jetzige „Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e.V.“.

Von Anfang an stand neben der Förderung der brauwissenschaftlichen Forschungen auch die Unterstützung von Ausbildung und Lehre zur Sicherung des wissenschaftlichen und technischen Nachwuchses im Zentrum der Wiföarbeit. So konnten zahlreiche Diplom- und Doktorarbeiten mit der Förderung der Wifö durchgeführt werden und so manche Kongressteilnahme wurde ermöglicht. Um besonders praxisrelevante Forschungsvorhaben auszuzeichnen, vergibt die Wissenschaftsförderung seit 2005 den Henrich-Funke-Pschorr-Stiftungspreis an junge Nachwuchswissenschaftler.

Anlässlich des 50-jährigen Wifö-Jubiläums 2007 erfolgte eine umfangreiche Bestandsaufnahme der solidarischen Gemeinschaftsforschung für die Brauindustrie. Die langjährigen Wegbegleiter und Mitstreiter der Wissenschaftsförderung Dr. Horst-Gevert Bellmer und Prof. Reinhold Schildbach stellten in drei Beiträgen für die BRAUWELT eine Übersicht der Leistungen aus 50 Jahren Forschung für die deutsche Brauindustrie zusammen.

Im Februar 2007 trafen sich Mitglieder des Präsidiums und des Beirates der Wifö in München mit Vertretern von geförderten Instituten zu einem Fazit und einem Ausblick über die zukünftige Ausrichtung der brauwissenschaftlichen Forschung.



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