Preisträger

2017

2017: Dr. Stefan Kreisz, Dipl. Ing. Maximilian Michel, Dipl. Ing. Tim Meier-Dörnberg und Dr. Jörg Lehmann. Quelle: CH Lietzmann / DBB

In Deutschland werden für das Bierbrauen nach dem Reinheitsgebot traditionell nur die vier natürlichen Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe verwendet – und doch entsteht daraus mittlerweile eine Vielfalt von mehr als 6.000 Biermarken. „Eine der Zutaten, nämlich die Hefe, hat bisher kaum Beachtung gefunden, dabei steckt in der Hefe ein immenses Potenzial“, sagte der neue Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, Dr. Jörg Lehmann, in seiner Laudatio zur Verleihung des Henrich-Funke-Pschorr-Preises. Der renommierte Preis der gleichnamigen Stiftung geht in diesem Jahr an Tim Meier-Dörnberg und Maximilian Michel. Den beiden Wissenschaftlern war es gelungen, mit modernen Methoden und Techniken neue Hefen zu erschließen und alte Hefestämme wiederzubeleben. Obwohl die Hefe durch ihren Stoffwechsel über 80 Prozent aller aromaaktiven Substanzen in das Bier einbringt, kamen in der Vergangenheit nur wenige unterschiedliche Hefestämme beim Brauen zum Einsatz, so dass das sensorisch mögliche Spektrum bei weitem nicht ausgeschöpft wurde. Das dürfte sich dank der bahnbrechenden Forschung der beiden Preisträger in Zukunft ändern.

„Ein wirklich praxisrelevantes Forschungsprojekt, das uns Brauern eine breite Klaviatur zur kreativen Nutzung verschiedener Brauhefestämmen an die Hand gibt“, lautete das Fazit des Beirates der Wissenschaftsförderung der Brauwirtschaft (Wifö), der die eingereichten Arbeiten bewertete. Durch die Entwicklung eines allgemein anwendbaren Screening-Modells zur Klassifizierung und Charakterisierung von Hefestämmen ist es fortan möglich, den Brauereien einen zielgerichteten Einsatz zu erleichtern und das Geschmacksbild der entstehenden Biere nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Dabei ist es nicht nur der gezielte Einsatz spezieller Hefestämme mit einzigartigem Aromaprofil oder der gleichzeitige Einsatz mehrerer Hefestämme in sogenannten Mischfermentation, sondern insbesondere auch die aktive Suche nach neuen Hefestämmen, welche es möglich macht, neue und innovative Biere hervorzubringen und so einer immer schneller wachsenden Nachfrage nach neuen Bierinnovationen gerecht werden zu können.

Im Rahmen des Deutschen Brauertages in Berlin überreichte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Iris Gleicke, gemeinsam mit dem Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, Dr. Jörg Lehmann, und dem Vorsitzenden des Wifö-Beirates, Dr. Stefan Kreisz, die Auszeichnung an Tim Meier-Dörnberg und Maximilian Michel. Die beiden Brauingenieure führten ihre Forschungsarbeit mit dem Titel „Screening und Charakterisierung vorhandener sowie neu erschlossener Brauhefen für den zielgerichteten und innovativen Einsatz in Brauereien“  an der Technischen Universität München am Forschungszentrum Weihenstephan für Brau- und Lebensmittelqualität (BLQ) unter der Betreuung von Dr. Mathias Hutzler und Prof. Fritz Jacob durch. Teile dieser Forschungsarbeiten wurden über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt.

2015

2015: Dr. Eils, Dipl. Ing. Jennifer Koob und Dr. Jörg Lehmann. Quelle: CH Lietzmann / DBB

„Mit der Verleihung des Henrich-Funke-Pschorr-Stiftungspreises möchten wir - die deutschen Brauer - nicht nur dem Stiftungszweck gerecht werden und eine besonders praxisrelevante Forschungsarbeit auszeichnen, sondern insbesondere auch die Bedeutung, die die Forschung und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses für die gesamte deutsche Brauwirtschaft haben, öffentlich zum Ausdruck bringen.“ Mit diesen Worten eröffnete der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, Dr. Hans-Georg Eils, den öffentlichen Teil des diesjährigen Brauertages in Berlin. Nachdem bereits bei der Preisverleihung vor zwei Jahren erstmalig eine junge Nachwuchswissenschaftlerin ausgezeichnet wurde, hat der Beirat der Wissenschaftsförderung mit Jennifer Koob auch in diesem Jahr wieder die Forschungsarbeit einer jungen Brauwissenschaftlerin aus den eingegangenen Bewerbungen als besonders praxisrelevant ausgewählt.

Jennifer Koob studierte an der Technischen Universität München Brauwesen und Getränketechnologie und schloss ihr Studium als Diplom-Ingenieurin mit der Note sehr gut ab. Seit November 2011 arbeitet die heute 29-jährige als Doktorandin am Forschungszentrum Weihenstephan für Brau und Lebensmittelqualität (BLQ) unter der Leitung von Prof. Dr. Fritz Jacob an dem Thema „Methodenentwicklung für die Schnellidentifizierung und – differenzierung sowie Resistenzeinstufungen bierschädlicher Bakterien“, für das ihr am Brauertag der mit 2.000 Euro dotierte Forschungspreis der deutschen Brauwirtschaft, der Henrich-Funke-Pschorr-Preis, verliehen wurde.

Für jeden Brauer ist es das oberste Ziel, ein wohlschmeckendes und qualitativ einwandfreies Getränk für einen uneingeschränkten Biergenuss herzustellen. Auf einen sorgfältigen Brauprozess folgt daher auch immer eine umfassende Qualitätsuntersuchung, bevor die Produkte in den Handel oder in die Gastronomie gehen. Insbesondere der mikrobiologischen Qualitätskontrolle wird hierbei viel Aufmerksamkeit geschenkt. Beinahe jede Brauerei führt entsprechende Untersuchungen durch, indem Bierproben oder Proben aus früheren Produktionsschritten auf bierschädliche Mikroorganismen untersucht werden. Die Schnelligkeit und die Aussagekraft, aber auch eine einfache und preisgünstige Durchführbarkeit sind hierbei wichtige Anforderungen an die eingesetzten Untersuchungsmethoden.

Frau Koob hat im Rahmen ihrer Promotionsarbeit einen Test entwickelt, der es ermöglicht, leicht und schnell mikrobiologische Befunde zu detektieren und im Falle eines positiven Befundes die Identität des kontaminierenden Keimes exakt zu bestimmen. Die Einfachheit des entwickelten Tests in einer Art „Schwangerschaftstest-Format“ grenzt ihn von bisher verfügbaren, komplexeren molekularbiologischen Techniken ab, die meist apparativ aufwändiger sind und speziell geschultes Personal voraussetzen. Die Praxisrelevanz der entwickelten Methode wird daher durch den Beirat der Wissenschaftsförderung als äußerst hoch und damit preiswürdig angesehen.

Das Forschungsarbeiten von Frau Koob wurde mit öffentlicher Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) finanziell unterstützt. Als weitere Kooperationspartner waren die Technischen Hochschule Mittelhessen und die Firma Milenia Biotec an den Forschungsarbeiten beteiligt (Projekt-Nr.: KF2271416MD3).

2013

2013: Dipl. Biol. Carla Denschlag und Dr. Hans-Georg Eils

Erstmalig geht der in diesem Jahr zum 5. Mal verliehene Henrich-Funke-Pschorr-Stiftungspreis an eine junge Wissenschaftlerin. Der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes Dr. Hans-Georg Eils überreichte die Urkunde im Rahmen der öffentlichen Delegiertenversammlung des deutschen Brauertages in Berlin an Frau Carla Denschlag. Frau Denschlag, Doktorandin an der Technischen Universität München, erhält den mit 2.000 Euro dotierten Forschungspreis der deutschen Brauwirtschaft für ihre durch die industrielle Gemeinschaftsforschung und Entwicklung IGF geförderte Forschungsarbeit „Entwicklung isothermer PCR-Nachweissysteme zur schnellen und einfachen Detektion Mykotoxin-bildender und Gushing-relevanter Fusarium-Arten in Braugetreide und Malz“.

Frau Denschlag studierte an der Georg-August-Universität in Göttingen Biologie und arbeitet seit Anfang 2011 als Promotionsstudentin am Lehrstuhl für Technische Mikrobiologie der Technischen Universität München unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Rudi Vogel und unter der Betreuung von Prof. Dr. Ludwig Nießen.

Die Qualität der Rohstoffe ist für die nach dem Reinheitsgebot arbeitenden deutschen Brauer von besonderer Bedeutung. In den letzten Jahren haben zunehmend extreme Witterungsverhältnisse zu großen Qualitätsschwankungen und damit verbundenen Qualitätsdefiziten und Einbußen in der zur Verfügung stehenden Braugerstenmenge gesorgt. Im Fokus steht hierbei vor allem das zunehmende Auftreten von Fusarienkontaminationen.

Die Entwicklung eines Verfahrens, das es erlaubt, in deutlich kürzerer Zeit und mit geringerem Aufwand an Laborausstattung als es bislang möglich, den Befall von Getreide und Malz mit qualitätsmindernden Fusarium-Pilzen zu erfassen, wird hierbei als großer Fortschritt angesehen.

Der von Frau Denschlag entwickelte Test, eines isothermen Amplifikationsverfahrens, das auf dem Prinzip der loop-mediated isothermal amplification of DNA (LAMP) beruht, verbessert und beschleunigt die Qualitätskontrolle von Braugetreide, da er innerhalb weniger Stunden ein Ergebnis liefert und damit wesentlich schneller ist als die bisher üblichen Verfahren. Der Test kann außerdem ohne großen Aufwand an Geräten und Spezialkenntnissen durchgeführt werden, so dass er bereits in einer frühen Verarbeitungsstufe eingesetzt werden kann.

Neben seiner Laudatio auf die Preisträgerin ging Dr. Eils auch auf die Bedeutung der finanziellen Förderung der Forschungsarbeit durch die öffentlichen Fördergelder aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Rahmen der industriellen Gemeinschaftsforschung und Entwicklung (IGF) ein. Diese über die AiF vergebenen öffentlichen Fördergelder stellen nicht nur für die deutschen Brauereien sondern auch für vor- und nachgelagerten Branchen – von der Rohstofferzeugung bis zur Anlagen- und Zulieferindustrie - ein wichtiges Element zur Förderung von Innovationen und zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit dar.

Die Forschungsarbeit (AiF 16840 N) der Forschungsvereinigung Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e.V. (Wifö) wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und Entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

2011

2011: Dipl.-Ing. Jean Titze, Dr. Hans-Georg Eils und Dipl.-Ing. Manuel Christian

Anlässlich der öffentlichen Delegiertenversammlung des deutschen Brauertages am 29. Juni 2011 in Berlin überreichte der neu gewählte Präsident des Deutschen Brauer-Bundes Dr. Hans-Georg Eils den Forschungspreis der Deutschen Brauwirtschaft an Manuel Christian und Jean Titze. Die beiden Wissenschaftler werden für die gemeinsam durchgeführte Forschungsarbeit mit dem Titel „Combined Particle Analysis – Eine neuartige Methode in der Brau- und Getränkeanalytik“ ausgezeichnet.

Jean Titze und Manuel Christian haben in ihrer Forschungsarbeit eine neue kombinierte Messmethode zum Einsatz gebracht und in Bezug auf die kolloidale Stabilität und die Gushing-Neigung von Bieren evaluiert.

Der Schwerpunkt der Arbeit von Herrn Titze lag dabei in der Untersuchung und Verbesserung der kolloidalen Stabilität. Insbesondere bei filtrierten Bieren stellt ein vorzeitiges Trübwerden eine deutliche vom Verbraucher wahrgenommene Qualitätsminderung dar, die es zu vermeiden gilt. Durch die kombinierte Anwendung von Partikelladungsmessungen, der Messung von Partikelgrößen und der Partikelgrößenverteilung ist es nun möglich, eine schnelle Vorhersage der kolloidalen Stabilität untergäriger Biere zu treffen und bereits während des Brauprozesses Maßnahmen zu ergreifen, mit denen die Stabilität des Bieres erhöht werden kann.

Das Ziel der Arbeit von Herrn Christian war, das sogenannte Gushing-Phänomen – das spontane und heftige Überschäumen - von karbonisierten Getränken besser zu verstehen und sowohl analytische wie technologische Möglichkeiten zur Minimierung des Gushing-Risikos für die Brau- und Getränkeindustrie zu erarbeiten. Im Bereich der Gushing-Ursachen- und Vorhersageforschung liefert die neu entwickelte Methode der Partikelgrößen- und Oberflächenladungsanalyse wertvolle Hinweise auf die physikalischen Ursachen des Gushing-Phänomens und Ansatzpunkte zur Beurteilung und Quantifizierung des Gushing-Risikos.

Der Beirat der Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft hat diese Forschungsarbeit ausgewählt, da hier ein für die Brauwirtschaft bedeutendes Problemfeld erfolgreich untersucht wurde und für die Praxis wichtige analytische Werkzeuge bereit gestellt werden.

Die Forschungsarbeit wurde am Forschungszentrum Weihenstephan für Brau- und Lebensmittelqualität der Technischen Universität München unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Dr. Harun Parlar (Lehrstuhl für Chemisch-Technische Analyse und Chemischer Lebensmitteltechnologie), betreut von Prof. Dr. Vladimir Ilberg durchgeführt.

Die Arbeiten mit dem Schwerpunkt „kolloidale Stabilität“ wurden aus Mitteln des Forschungszentrums Weihenstephan finanziert. Die Arbeiten im Bereich „Gushing“ fanden im Rahmen des Forschungsvorhabens R 415-BLQ durch die Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e. V. finanzielle Unterstützung.

2009

2009: Dipl.-Ing. R. Schneid, Dr. M. Hertel, Dr. E. Hinzmann, Bundesministerin B. Zypries und W. Burgard (v.l. n.r.)

Im Rahmen der Festveranstaltung des Deutschen Brauertages am 18. Juni 2009 in Darmstadt überreichten die Bundesministerin für Justiz Frau Brigitte Zypries und der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes Wolfgang Burgard den in diesem Jahr bereits zu dritten Mal verliehenen Forschungspreis der Deutschen Brauwirtschaft. Aus zahlreichen Bewerbungen wurden zwei Forschungsarbeiten durch den Beirat der Wissenschafts­förderung der Deutschen Brauwirtschaft ausgewählt. Der 1 Preis geht zu gleichen Teilen an die Herren Ralph Schneid und Christopher Nüter, die für ihre gemeinsame Arbeit „Verfahrenstechnische Beeinflussungen des Maischprozesses und deren Auswirkungen“ mit insgesamt 3.000 Euro ausgezeichnet werden, mit dem 2. Preis, der mit 2.000 Euro dotiert ist, wird Dr. Marcus Hertel für seine Untersuchungen „Das Ausdampfverhalten von Aromastoffen während der Würzekochung“ ausgezeichnet.

2009: Dr. E. Hinzmann, Dipl.-Ing. C. Nüter und Dipl.-Ing. T. Kunz (V.l.n.r.)

Einen eher ungewöhnlichen Weg nahm das mit dem 1. Preis ausgezeichnete Forschungsvorhaben „Verfahrenstechnische Beeinflussungen des Maischprozesses und deren Auswirkungen“, das gemeinsam von Ralph Schneid und Christopher Nüter an der TU-Berlin durchgeführt wurde. Die Idee für das neuartige Maischsystem „Shakesbeer“ kam Ralph Schneid aus der Baubranche, wo zum Verdichten von Beton Vibrationserzeuger eingesetzt werden. „Derartige Vibrationseinrichtungen könnten doch auch im Bereich des Maischprozesses in der Brauerei von Nutzen sein“, war der Gedanke, der dann auch in die Praxis umgesetzt wurde. Um die Idee und den Nutzen auch mit wissenschaftlichen Untersuchungen belegen und untermauern zu können, kam das Projekt aus der Praxis an die Universität, genau an die TU-Berlin, Fachgebiet für Brauwesen, wo Christoph Nüter im Rahmen seiner Diplomarbeit gemeinsam mit Ralph Schneid das Maischsystem „Shakesbeer“ im Labormaßstab und im Industriemaßstab wissenschaftlich untersuchten. Der Einbau der Vibrationseinheiten „Shakesbeer“ in den Maischprozess führt abhängig von den Bedingungen in den Betrieben zu verschieden ausgeprägten Verbesserungen in den Bereichen Extraktausbeute, Filtratvolumen und Maischedauer. Weltweit hat das Maischsystem Shakesbeer bereits Eingang in 21 Brauereien gefunden.
Ein hervorragendes Beispiel für ein erfolgreiches  Zusammenspiel von Industrie und Forschung zum Nutzen der gesamten Branche befand der Beirat der Wissenschaftsförderung. Die Forschungsarbeiten wurden von der Firma Krones AG im Rahmen der Entwicklung des „Maischesystems Shakesbeer“ finanziell unterstützt.

2009: Dr. M. Hertel, Dr. E. Hinzmann, Dipl.-Ing. R. Schneid und W. Burgard (v.l.n.r.)

Als klassisches Forschungsvorhaben ist das mit dem 2. Preis ausgezeichnete Vorhaben „Das Ausdampfverhalten von Aromastoffen während der Würzekochung“ von Dr. Marcus Hertel anzusehen, dass im Rahmen einer Promotionsarbeit am Lehrstuhl für Maschinen und Apparatekunde der TU-München durchgeführt wurde. Die Würzebereitung stellt einerseits einen sehr energieaufwendigen Prozessschritt bei der Bierherstellung dar, den es aus Kosten- und Umweltgründen zu optimieren gilt, andererseits werden bei diesem Prozessschritt die Weichen für den Geschmack und die Stabilität der fertigen Biere gestellt. Die Kenntnisse über die Vorgänge beim Würzekochen, insbesondere das Ausdampfverhalten von Würzearomastoffen, waren aber nur gering, um gezielt eingreifen zu können. Im Rahmen seiner Arbeiten hat Marcus Hertel die Phasengleichgewichte wichtiger Aromastoffe vermessen und damit die Grundlagen für ein Verständnis des Ausdampfverhaltens gelegt. Die Forschungsergebnisse haben bereits Zugang in den Bereich des Anlagenbaus gefunden, wo sie die Grundlage für die Entwicklung effizienterer Würzekochsystem bilden, und führten bereits in verschiedenen Brauerein dazu, die Verdampfung im Würzekochprozess an die benötigten Werte anzupassen.
Diese Forschungsarbeit sieht der Beirat der Wissenschaftsförderung als ein hervorragendes Beispiel für den praktischen Nutzen einer eher grundlagenbasierten Forschung an. Die am Lehrstuhl für Maschinen- und Apparatekunde (jetzt Lehrstuhl für Verfahrenstechnik disperser Systeme) der TU München unter Herrn Prof. Sommer durchgeführte Arbeit wurde von der „Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e.V.“ unter der Nummer R389 sowie von der „Max-Buchner-Forschungsstiftung der DECHEMA“ unter der Nummer 2473 gefördert.

2007

2007: Dr. Thomas Goppel, Dipl.-Ing. Johannes Bader, Dr. Mark Schneeberger und Dr. Richard Weber (v.l.n.r.)

Im Rahmen der Festveranstaltung des Deutschen Brauertages am 14. Juni 2007 in Augsburg überreichten der Bayerischen Staatsminister Dr. Thomas Goppel und der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, Dr. Richard Weber, den Forschungspreis der Deutschen Brauwirtschaft an zwei junge Nachwuchswissenschaftler aus Berlin und München.

In diesem Jahr ist die Wahl besonders schwer gefallen, zahlreiche hervorragende Bewerbungen sind eingegangen. Nach intensiver Beratung hat der Beirat der Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft entschieden, zwei erste Preise zu verleihen:

Für seine innovative und zukunftsweisende Arbeit zum Thema "Entwicklung von neuartigen Getränken auf der Basis von Bierwürze durch Mischfermentation" erhielt Herr Dipl.-Ing. Johannes Bader Doktorand am Fachgebiet Mikrobiologie und Genetik der TU Berlin die Auszeichnung. Im Fokus dieser Forschungsarbeit stand die Entwicklung innovativer Getränke, die neben verschiedenen Mikroorganismen ernährungsphysiologisch hochwertige Bestandteile enthalten, einen niedrigen Alkoholgehalt aufweisen und dem neuen Geschmackstrend entsprechen. "Für Brauereien stellt die Herstellung solcher Getränke auf der Basis von Würze neue Einsatzmöglichkeiten und zusätzliche Vermarktungschancen dar und erhält in der Brauwirtschaft eine zunehmende wirtschaftliche Bedeutung." erläuterte Dr. Richard Weber während der Preisverleihung. Dieses Forschungsvorhaben wurde durch die Arbeitsgemeinschaft der industriellen Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF) mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert(AiF-Nr.: 13621) und zeigt hervorragend den Nutzen und Erfolg dieses öffentlichen Förderinstrumentes.

Gleichrangig wurde Herr Dr. Mark Schneeberger, für seine am Lehrstuhl für Technologie der Brauerei I an der TU München angefertigten systematischen und praxisrelevanten Untersuchungen zum Thema: "Verwertung von Prozessbieren in der Brauerei" ausgezeichnet. Im Rahmen dieser Arbeit wurden technische und technologische Aspekte der Prozessbierverwertung untersucht und diskutiert, wobei nahezu der gesamte Produktionsprozess in der Brauerei durchleuchtet wurde. Ziel der Arbeit war, eine Prozessoptimierung zur Ausbeutesteigerung der eingesetzten Rohstoffe und Verminderung von Reststoffen, bei gleichzeitiger Einhaltung höchster Qualitätsansprüche an das erzeugte Bier. Dr. Weber hob in seiner Laudatio besonders die Praxisrelevanz dieser Arbeiten hervor: "Einige Erkenntnisse dieser Arbeit werden bereits heute sehr erfolgreich in der Praxis angewandt". Diese Forschungsarbeit wurde aus Eigenmitteln der Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft finanziell unterstützt.

2005

2005: Dipl.-Ing. A. Kather, Dr. T. Voigt und Dr. H.-G. Bellmer (v.l.n.r.)

Aus zahlreichen Bewerbungen wurden durch den Beirat der Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft die Preisträger 2005 ausgewählt. Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen des 30. EBC-Kongresses 2005 in Prag und wurde vom Vorsitzenden des Beirates Dr. Horst-Gevert Bellmer (rechts) vorgenommen. Der Preis ging zu gleichen Teilen an Dr.- Ing. Tobias Voigt (Mitte) und Dipl.- Ing. Axel Kather (links) für ihre Arbeiten zum Thema "Weihenstephaner Standards für die Betriebsdatenerfassung bei Getränkeabfüllanlagen", durchgeführt am Lehrstuhl für Lebensmittelverpackungstechnik von Herrn Prof. Horst-Christian Langowski an der Technischen Universität München. Die Weihenstephaner Standards sind aus zwei durch die Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e.V. geförderten Forschungsprojekten entstanden. Die hierbei entwickelte Standardschnittstelle eröffnet großes Einsparungspotential und ist von hohem Praxisnutzen für Brauereien.



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