Projektgenese

Die Forschungsförderung der Wifö umfasst sämtliche Aspekte des Bierherstellungsprozesses. Die Schwerpunkte reichen von Rohstoffthemen über technologische Fragestellungen, solche des Qualitätsmanagements und des Recyclings bis hin zur Prozessautomation. Hierzu gehören aber auch Fragestellungen zum verantwortlichen Bierkonsum und gesundheitliche Aspekte.

Aufteilung der Forschungsvorhaben nach Themen

Herauszustellen ist hierbei, dass bei der Vergabe von Forschungsvorhaben in den Gremien auf die Praxisrelevanz der Ergebnisse besonderer Wert gelegt wird.

Die Wifö unterscheidet nach Dauer und Umfang drei verschiedene Projekttypen:

  1. Regelforschungsvorhaben (R), die über wenige Monate hinweg ein fest abgestecktes Thema beleuchten,
  2. Basisforschungsvorhaben (B), die über zwei bis drei Jahre einen größeren und komplexen Themenkreis analysieren, sowie
  3. AiF-Forschungsvorhaben (AiF). Hier werden in größerem Umfang vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) "Otto von Guericke e.V" Projekte der industriellen Gemeinschaftsforschung mit Schwerpunkt der Innovationsförderung für kleinere und mittlere Betriebe getragen.

Wifö-Projekte

Zu den Wifö-Projekten gehören die Regel- und Basisforschungsvorhaben, die über die Mitgliedsbeiträge der Brauereien finanziert werden.

Projektideen können von interessierten Forschungsinstituten eigenständig oder nach Anregung aus den Brauereien entstehen und zu Forschungsanträgen ausgearbeitet werden. Die Forschungsanträge werden zweimal jährlich durch das Vierer-Gremium und den Beirat der Wifö beraten.

Regelforschungsvorhaben:

Als Regelforschungsvorhaben werden Projekte mit einer Laufzeit von maximal 12 Monaten oder einem Fördervolumen von maximal 50.000 € eingestuft. Hierunter fallen fest abgesteckte Themen zur Klärung spezieller Fragestellungen. Regelforschungsvorhaben eignen sich zudem zur Vorbereitung größerer IGF-Forschungsvorhaben, um z. B. Voruntersuchungen zur Machbarkeit von Projektideen durchzuführen.

Basisforschungsvorhaben:

Hierunter fallen Forschungsvorhaben mit einer Laufzeit bis zu 3 Jahren, die  komplexere Themenbereiche, vergleichbar zu IGF-Vorhaben, bearbeiten. Zu den Basisforschungsvorhaben werden mit Fachleuten aus der Brauindustrie besetzte forschungsbegleitende Gremien gebildet, die einmal jährlich in Berichterstattungen über die Ergebnisse der Arbeiten informiert werden und weitergehende Schritte mit den Forschern diskutieren.

IGF-Projekte

Als Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen kann die Wifö für ausgewählte Forschungsschwerpunkte, die insbesondere zum Nutzen kleiner und mittlerer Betriebe dienen, öffentliche Forschungsmittel der Industrielle Gemeinschaftsforschung beantragen. Die IGF wird aus öffentlichen Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie BMWi finanziert. Ziel der industriellen Gemeinschaftsforschung ist die vorwettberwerbliche Förderung einer gemeinschaftlichen und anwendungsbezogenen Forschung für kleine und mittlere Unternehmen einer Branche, um hierdurch die strukturbedingten Nachteile kleiner und mittlerer Unternehmen auf dem Gebiet von Forschung und Entwicklung auszugleichen.

Die Wifö arbeitet hierbei ausschließlich mit externen Forschungsstellen (Hochschulen und gemeinnützigen wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen) zusammen. Projektideen entstehen in enger Abstimmung mit den interessierten Unternehmen der Branche. Dieser "bottom-up"-Ansatz garantiert eine maximale Anwendungsnähe der Forschungsthemen und eine optimale Nutzung der Ergebnisse. Bei der Durchführung der Vorhaben erfüllen vor allem Universitäten und gemeinnützige wirtschaftsnahe Forschungsinstitute eine tragende Funktion als Motoren für anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung.

Die Forschungsförderung der IGF erfolgt über 4 Fördervarianten

  • Normalverfahren
  • Leittechnologie
  • CORNET
  • Cluster

Die Begutachtung der Forschungsanträge erfolgt in mehreren Stufen. Zunächst erfolgt eine Prüfung der Forschungsvorschläge durch die Fachausschüsse der Forschungsvereinigung, bei der Wifö ist dies der Beirat. Der Beirat begutachtet die wissenschaftliche und praktischen Relevanz sowie die wirtschaftliche Bedeutung insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen der Branche. Hieran kann sich eine Phase der Diskussion und Abstimmung zwischen Beirat und den antragstellenden Forschungsinstituten anschließen. Bei Befürwortung eines Antrages durch den Beirat wird dieser an die AiF weitergeleitet.

Folgende Kriterien müssen hierfür erfüllt sein:

  • Innovationspotential
  • Anwendungsrelevanz
  • Vorwettbewerblichkeit
  • Mittelstandsbezug

In der zweiten Stufe werden die der AiF zur Förderung vorgelegten Anträge durch die Gutachtergruppen der AiF, die paritätisch mit Fachleuten aus der Industrie und den Universitäten besetzt sind, evaluiert.  

Nach der Bewilligung erfolgt eine kritische Begleitung der Forschungsvorhaben während ihrer Durchführung durch die mit Fachleuten aus der Industrie besetzten projektbegleitenden Ausschüsse. Die Beteiligung von Industrievertretern an allen Prozessschritten ermöglicht einen frühzeitigen Wissenstransfer in die Unternehmen, im optimalen Fall sogar die Parallelisierung von Forschungsarbeit und Ergebnisnutzung.

Die Entstehung von Forschungsvorhaben angefangen von der ersten Projektidee über die Ausarbeitung, Begutachtung bis hin zur Projektbewilligung und Durchführung sind im unteren Schaubild dargestellt.



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